Risk Appetite – Wie hungrig sind Sie?

Bild Risk AppetiteDer Begriff „Risk Appetite“ wurde in der Vergangenheit eigentlich nur von Akademikern verwendet. Seit der aktuellen Finanz- und Staatsschuldenkrise werden wir jedoch mit ihm des Öfteren konfrontiert. Was ist aber eigentlich der Unterschied zwischen „Risk Appetite“ und „Risk Attitude“ (Einstellung/Verhalten)? Darüber herrscht oft Verwirrung und nicht selten werden sie als Synonyme verwendet. Mit dieser berechtigten Frage beschäftigt sich David Hillson (The Risk Doctor) in diesem YouTube Video. Lösen wir uns einmal von der Risikothermologie. Appetite ist ein innerer Wunsch, ein Gefühl das schlecht zu messen ist und sich als Hunger zeigt, Hunger nach Essen. Wie kann man Appetite quantifizieren? High, Medium, Low oder ich könnte ein Pferd verschlingen, oder doch eher nur einen Salat was eine Masseinheit für den Appetite darstellt.

. . . ich könnte ein Pferd verschlingen!

Also ist Appetite etwas was von innen kommt. Attitude ist dagegen etwas anderes. Hier geht es darum sich zu positionieren. Dabei hat man die freie Wahl in welche Richtung man sich positioniert.

Wir sind unserem Appetite nicht ausgeliefert

David Hillson gab ein gutes Beispiel: Nach einem langen Flug nach Australien leitete er direkt am Nachmittag ein Seminar. Der Gastgeber hat ihm davor noch zum Mittagessen in ein feines Restaurant eingeladen. David hatte grossen Appetit. Jetzt ein delikates Menü von der langen Speisekarte, dazu ein gutes Glas Wein! Dann kam Ihm aber der Gedanke: „Wenn ich jetzt ein grosses Menü geniesse und dazu Wein trinke, wenn ich also meinen Appetite befriedige, dann werde ich am Nachmittag vermutlich Probleme bekommen“. Darum wählte David dann doch einen Salat und Mineralwasser – und hat nicht seinem natürlichen Appetit nachgegeben. „Appetite“ ist also ein Treiber, „Attitude“ ist eine Auswahl.

„Appetite“ ist ein Treiber, „Attitude“ ist eine Auswahl

Das heisst: Wir sind unserem Appetite nicht ausgeliefert, sondern können unser Verhalten entsprechend steuern. Wenn wir das nun auf Risken beziehen, dann gibt es Organisationen, die hungrig nach Risiken sind, aber nicht fähig sind diese zu tragen. Deshalb sollten diese vorsichtiger sein und ein mehr „Risk-averses“ Verhalten zeigen im Bezug was der Appetite eigentlich verlangt. Es gibt aber auch Organisationen die nicht hungrig sind nach Risiken, keinen grossen Appetite haben und nicht bereit sind einmal etwas ganz anders zu machen um konkurrenzfähiger zu werden. Hier wäre es sinnvoll ein mehr „Risk-seeking“ Verhalten einzuschlagen. Daraus folgt: Das Verhalten modifiziert somit den Appetit. Organisationen müssen Ihren Risk Appetite kennen und entsprechend kommunizieren und der Situation entsprechend handeln.

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