Das Sprint Planning in Scrum erfolgreich anwenden

Das Sprint Planning in Scrum erfolgreich anwenden - Scrum Guide 2020

Das Sprint Planning ist einer der fünf Scrum Events. Der Scrum Guide 2020 hat das Sprint Planning um ein Thema erweitert und beschäftigt sich jetzt nicht nur mit dem „Was“ und dem „Wie“, sondern neu auch mit dem „Warum“. Dies ist eine wichtige Ergänzung, die den Fokus auch auf das Produktziel legt. Lesen Sie weiter und erfahren Sie, wie das Sprint Planning neu aufgebaut ist und wie Sie dieses erfolgreich anwenden.

Das Sprint Planning ist die Basis für einen erfolgreichen Sprint

Das Sprint Planning ist eines der fünf Scrum Events. Die anderen Events sind das Daily Scrum, das Sprint Review, die Sprint Retrospektive und der Sprint selbst, als Container für die anderen Events.

Das Sprint Planning leitet den Sprint ein, indem es das Sprint-Ziel definiert und die im Sprint auszuführende Arbeit. Der resultierende Plan wird durch die gemeinsame Arbeit des gesamten Scrum-Teams erstellt.

Das Sprint Planning für einen einmonatigen Sprint ist auf eine Timebox von maximal 8 Stunden beschränkt. Bei kürzeren Sprints braucht es normalerweise proportional weniger Zeit.

Der Scrum Master sorgt dafür, dass der Event stattfindet und die Teilnehmer seinen Zweck verstehen. Er moderiert das Meeting und hilft dem Scrum-Team das Sprint Planning innerhalb der definierten Timebox erfolgreich abzuschließen. Das Scrum-Team kann zu Beratungszwecken auch noch andere Personen zum Sprint Planning einladen.

Der Product Owner bereitet sich vor, das Sprint-Ziel und die wichtigsten Product-Backlog-Elemente mit dem Scrum-Team zu besprechen und wie diese einen Beitrag zum Produktziel leisten. Er erklärt den Developern die Prioritäten, hilft bei Fragen zum geplanten Produktinkrement und, falls notwendig, beim Entscheidungen treffen.

Die Sprint-Planungs-Themen

Im Scrum Guide 2017 gab es nur zwei Planungsteile, das Thema 1, welches das „Was” definierte und das Thema 2, welches das „Wie”, also beschrieb, wie der Plan erstellt wird. Neu ist ein wichtiger Teil dazugekommen: das „Warum”.

Das Sprint Planning besteht aus drei Themen mit gleicher Dauer.

Thema 1: Warum hat der Sprint Value?

Thema 2: Was kann im Sprint erledigt werden?

Thema 3: Wie wird die ausgewählte Arbeit erledigt?

Thema 1:  Warum hat der Sprint Value?

Sprint-Ziel und Sprint Value

Der Product Owner schlägt vor, wie das Produkt im aktuellen Sprint seinen Wert und Nutzen steigern könnte. Das gesamte Scrum-Team arbeitet dann zusammen, um ein Sprint‐Ziel zu definieren, das verdeutlicht, warum der Sprint für die Stakeholder wertvoll ist. Das Sprint‐Ziel muss vor dem Ende des Sprint Plannings finalisiert sein.

Thema 2:  Was kann im Sprint erledigt werden?

Das Sprint Backlog

In Absprache mit dem Product Owner wählen die Developer Einträge aus dem Product Backlog, die in den aktuellen Sprint aufgenommen werden sollen. Das Scrum-Team kann diese Einträge während dieses Prozesses verfeinern, was das Verständnis und Vertrauen erhöhen.

Die Auswahl, wie viel innerhalb eines Sprints abgeschlossen werden kann, kann eine Herausforderung darstellen. Je mehr die Developer jedoch über ihre bisherige Leistung, ihre zukünftige Kapazität und ihre Definition of Done wissen, desto sicherer werden sie in ihren Sprint‐Vorhersagen sein.

Thema 3:  Wie wird die ausgewählte Arbeit erledigt?

Scrum Board Sprint Planning

Für jeden ausgewählten Product‐Backlog‐Eintrag planen die Developer die notwendige Arbeit, um ein Inkrement zu erstellen, das der Definition of Done entspricht. Dies geschieht oft durch Zerlegen von Product‐Backlog‐Einträgen in kleinere Arbeitseinheiten von einem Tag oder weniger. Wie dies gemacht wird, liegt im alleinigen Ermessen der Developer. Niemand sonst sagt ihnen, wie sie Product‐Backlog‐Einträge in Inkremente von Wert umwandeln sollen.

Das Sprint-Ziel, die für den Sprint ausgewählten Product‐Backlog‐Einträge und der Plan für deren Lieferung werden zusammenfassend als Sprint Backlog bezeichnet.

Die Eingaben für ein erfolgreiches Sprint Planning

Während es im Thema 1 darum geht, warum der Sprint Wert hat und zum Produktziel beiträgt, geht es im Thema 2 darum, wie viele der priorisieren Backlog-Einträge umgesetzt werden können. Im Thema 3 wird es vorrangig um technische Aspekte gehen, wie das geplante Inkrement entwickelt werden soll. Für ein erfolgreiches Sprint Planning benötigen Sie einige Inputs. Dazu lesen mehr in den nächsten Abschnitten.

Am Sprint Planning nimmt das ganze Scrum-Team teil. Es kann auch sinnvoll sein andere Personen, z. B. Anwender der Software oder Spezialisten ins Sprint Planning einzuladen, denn diese kennen die Anforderungen an das Produkt oder System. Dies ist hilfreich, z. B. wenn es darum geht Anforderungen besser zu verstehen. Auch eingeladen werden können Vertreter von Fachabteilungen, speziell wenn ihre Unterstützung während des Sprints notwendig ist. Die folgende Abbildung zeigt den Ablauf des Sprint Plannings mit dem Sprint Backlog als Ziel.

Das Konzept des Sprint Planning

Wie Sie im Bild erkennen, braucht es für ein erfolgreiches Sprint Planning folgenden Input:

  • Eine Idee für das Sprint-Ziel, die der Product Owner bereithält, welche dann im Sprint Planning diskutiert wird.
  • Die Product Backlog Einträge, die potenziell in das Sprint Backlog aufgenommen werden
  • Die Developer sollten ihre Velocity (Entwicklungsgeschwindigkeit) und Kapazität ungefähr kennen, damit Sie bestimmen können, wie viele Produkt-Backlog-Einträge (PBI’s) sie im Sprint implementieren können.
  • Ein früherer Scrum Guide empfahl, mindestens eine Prozessverbesserung mit hoher Priorität, die in der letzten Retrospektive identifiziert wurde, in das Sprint Backlog aufzunehmen. Lessons Learned aus dem letzten Sprint sollten grundsätzlich ins nächste Sprint Planning einfliessen, um immer besser zu werden.

Das Sprint Planning hat mit dem neuen Scrum Guide eindeutig an Wert dazugewonnen. Das Sprint-Ziel gab es zwar früher schon, hat aber jetzt einen noch grösseren Stellenwert erhalten.

Product Backlog Items müssen Ready sein

Die Product Backlog Items (PBIs), die das Scrum-Team ins Sprint Planning aufnimmt, müssen Ready sein. Sie fragen sich vielleicht was das bedeutet. Das ist schnell erklärt.

Die Definition of Ready (DoR) kommt im Scrum Guide 2020 nicht vor, ist aber sehr nützlich. Es ist eine Liste mit Kriterien, die definieren, ob die Product Backlog Items bereit sind, damit man im Sprint sofort daran arbeiten kann. Dabei geht es hauptsächlich um die Qualität, Vollständigkeit usw. der Product Backlog Items. Erfüllen sie die Kriterien, dann sind sie READY.

Hier gibt es noch mehr Wissen

Dies war eine Übersicht über Sprint Planning nach dem neusten Scrum Guide. Was sind Ihre Erfahrungen mit mit dem Sprint Planning?  Stimmen Sie mit meinen Aussagen überein oder haben Sie eine andere Ansicht oder Ergänzungen? Teilen Sie Ihre Erfahrung den Lesern unten im Kommentarfeld mit, damit wir alle eine weitere Sicht kennenlernen. Danke!

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