Die zehn grössten Risikomanagement-Mythen

Mythen sind gemäss Duden Sagen, Märchen oder einfach Erzählung mit einem gewissen Wahrheitsgrad. Sie erheben einen Anspruch auf Geltung, für die von ihnen behauptete Wahrheit. Mythen gibt es ganz besonders auch über das Risikomanagement, nur reflektieren diese nicht unbedingt die Realität. Ich habe in meinem Buch “Risikomanagement für Projekte” in verschiedenen Kapitel darüber geschrieben.

Risikomanagement-MythosDer Risk Doctor David Hillson hat im “Risk Doctor Partnership Briefing” kürzlich zehn solche Mythen aufgezählt und was gegen diese spricht. Ich finde diese sehr treffend und will sie Ihnen nicht vorenthalten:

Mythos 1: Alle Risiken sind schlecht. Risiken sind potenzielle Probleme und wenn diese eintreten, dann haben Sie Schwierigkeiten.

Risiken schließen sowohl Bedrohungen als auch Chancen ein und beide müssen proaktiv gemanagt werden. Chancen können Zeit oder Geld sparen, die Leistung steigern und uns dabei helfen, unsere Ziele zu erreichen.

Mythos 2: Risikomanagement ist Zeitverschwendung. Die meisten Risiken liegen außerhalb unseres Einflussbereiches und es ist unmöglich diese im Voraus zu behandeln.Deshalb werden wir jedes Problem angehen, wenn es auftaucht.

Wenn wir effektiv mit Risiken umgehen müssen wir uns mit weniger Problemen rumschlagen!

Mythos 3: Was wir nicht wissen, kann uns nicht wehtun. Vielleicht haben wir Glück und die Risiken werden keine Auswirkung auf uns haben. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!

Risiken nicht zu kennen kann sehr teuer werden und unser Business oder unsere Projekte negativ beeinflussen. Vermeidbare Probleme werden auftreten und Nutzen, den wir hätten verwerten können, werden wir verpassen.

Mythos 4: Der Risikomanager managt Risiken. Wir brauchen keine Risiken zu managen – wir haben einen Risikomanager.

Jedes Teammitglied sollte „Risikomanager“ sein und Risiken angehen, die seinen Verantwortungsbereich betreffen. Der Risikomanager sollte den Risikoprozess moderieren, um sicherzustellen, dass er effektiv ist.

Mythos 5: Alle Risiken können und sollten vermieden werden. Wir werden alles tun was nötig ist, um sicherzustellen, dass Risiken nicht eintreten, egal, was es kostet oder wie viel Aufwand es gibt.

Nicht alle Bedrohungen können vermieden werden und manchmal ist Risiken vermeiden zu teuer oder dauert so lange, dass eine andere Strategie nötig ist, wie z.B.: Risiken übertragen, vermindern oder einfach akzeptieren.

Mythos 6: Unser Unternehmen und unsere Projekte sind nicht riskant. Die Abwesenheit von Risiken ist ein Zeichen für Erfolg. Wenn Risiken in Erscheinung treten, müssen sie so schnell wie möglich entfernt werden.

Risiken sind Bestandteil aller Unternehmen und Projekte. Wer keine Risiken eingeht steht definitiv still! Der Wille ein Risiko einzugehen, hängt also direkt von der Möglichkeit ab einen entsprechenden Nutzen daraus zu generieren.

Mythos 7: Risikomanagement braucht Zahlen. Nur die quantitative Risikoanalyse kann zeigen, zu welchem Grad wir tatsächlich Risiken ausgesetzt sind.

Die quantitative Risikoanalyse ist mächtig, aber häufig nicht kosteneffektiv. Viele Risiken lassen sich auch nur schwer quantifizieren. Deshalb ist es oft sinnvoller mehr Zeit in die Risikoidentifikation zu investieren und eine nur qualitative Risikoanalyse zu machen.

Mythos 8: Risiken sind durch die bestehenden Prozesse abgedeckt. Wir haben Prozesse, um mit allen routinemäßigen Risiken umzugehen. Daher brauchen wir kein Risikomanagement.

Was ist mit Risiken, die uns in der Vergangenheit noch nicht begegnet sind? Der Risikomanagementprozess sollte neuartige Risiken identifizieren, ihre Wichtigkeit bewerten und gezielte Maßnahmen definieren.

Mythos 9: Notfallreserven sind für Weichlinge. Ein starker Manager erfüllt alle Ziele und braucht weder zusätzliche Zeit noch Geld für Dinge, die vielleicht niemals passieren.

Niemand kann die Zukunft voraussehen und ein Risikobudget für bekannte Risiken sowie eine Notfallreserve für unvorhergesehene Risiken einzuplanen ist ein Zeichen von Weisheit, Reife und nicht von Schwäche.

Mythos 10: Risikomanagement funktioniert nicht. Die Risiken, die wir identifiziert hatten, traten nie ein und unsere Massnahmen machten keinen Unterschied. Also haben wir aufgegeben.

Vielen Risiken treten nur schon nicht ein, weil man sich mit ihnen beschäftigt hat und diese in unserem Unterbewusstsein verankert sind. Das trägt automatisch zu deren Verminderung bei! Es ist auch normal, dass viele Risiken nicht eintreten, da sie ja eine Eintrittswahrscheinlichkeit haben, die oft klein ist. Richtig gemacht funktioniert Risikomanagement immer!

Risikomanagement-250hÜberwinden Sie diese zehn Risikomanagementmythen und implementieren Sie die vorgeschlagenen Lösungen! Dies wird sicherstellen, dass Ihr Risikomanagement in der Realität verwurzelt ist. Damit gewährleisten Sie für Ihr Projekt die besten Erfolgschancen. Lesen Sie eines meiner Risikomanagement-Bücher und Sie entdecken weitere Methoden für ein erfolgreiches Risikomanagements in Projekten.

Mit welchen Risikomythen wurden Sie in der Vergangenheit konfrontiert? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit den Lesern dieses Blogs und kommentieren Sie diesen Beitrag.

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2 Comments

  1. Ich habe mir das Buch gekauft und bin ganz begeistert. Endlich mal ein Buch, das „aus der Praxis, für die Praxis“ ist und kein theoretischer Quatsch.
    Damit kann ich jetzt effektiv arbeiten und habe die Methoden und Ansätze zum Risikomanagement verstanden. Insgesamt ist das Risikomanagement kein Hexenwerk, aber es muss schon richtig und konsequent gemacht werden!!!!

    • Hallo Herr Cramer. Vielen Dank für Ihren Kommentar und den Kauf des Buches 🙂 Da ich nicht nur Autor bin, sondern auch 100% in grossen Projekten arbeite ist der Praxisbezug sicher gewährleistet.
      Risikomanagement ist sicher kein Hexenwerk, wie Sie aber sagen: Es muss richtig, konsequent und mit Überzeugung gemacht werden! Gruss Roland Wanner

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